
Einsteinstrasse 1
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Aktuelles
- 26.04.2013
Ambulante Operationen haben weniger Infektionen zur Folge - 11.03.2013
Erste Ergebnisse der deutschen RAR Studie - 19.02.2013
Ab sofort Tiefgaragen-Parkplätze im Haus - 10.12.2012
In Deutschland wird zuviel operiert - 12.11.2012
Biotop Bauchnabel (Süddeutsche Zeitung 10. 11. 2012) - 07.11.2012
Zertitikat für Qualitätsmanagement - 06.11.2012
Vergleich verschiedener operativer Verfahren bei fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden - 15.10.2012
In der Schwangerrschaft sollte man einen Leistenbruch nicht operieren - 11.05.2012
Soll man bei asymptomatischen Leistenhernien abwarten oder operieren? - 26.03.2012
Die endoskopische Leistenhernien-OP hinterlässt weniger Schmerzen, hat aber ein höheres OP-Risiko als die konventionelle, offene Operation
Baucherkrankungen
Es gibt im Bereich des Bauches mannigfaltige chronische und akute Erkrankungen. Hier können nur kurz die häufigsten (Gallenblasenerkrankungen, Blinddarmentzündung, Verwachsungen, akutes Abdomen) umrissen werden.1. Gallenblasenerkrankungen
Die Gallenblase diente ursprünglich als Reservoir für Galle. In Zeiten langen Fastens füllte Sie sich und wenn eine große Mahlzeit verspeist wurde, kontrahierte sie sich wieder und die Galle wurde in den Darm abgegeben. Da heute regelmäßig gegessen wird, füllt und entleert sich die Gallenblase nicht mehr so stark und sie wird langsam etwas starr. Die Gallenflüssigkeit dickt ein, vergleichsweise einem Tümpel, in den kein Zu- und Ablauf stattfindet. Schließlich bilden sich Gallensteine.
Gallensteine sind sehr häufig, sie machen oft keine Beschwerden und müssen dann auch nicht behandelt werden. Die Gallensteine können aber die Gallenblase reizen oder beim Abfluss in den Darm die Gallengänge verstopfen. In diesen Fällen kommt es zu Entzündungen der Gallenblase oder zum Rückstau der Gallensäure und zu Schmerzen im Bereich der Gallenblase. Die Schmerzen können kolikartig – eher bei Gallestau – oder kontinuierlich mit erhöhter Empfindlichkeit auf Druck oder Erschütterung – eher bei Entzündung – sein. In diesen Fällen muß eine Behandlung, die häufig die operative Entfernung der Gallenblase beinhaltet, erfolgen. Die Gallenblase wird aber in der Regel erst dann operiert, wenn die akute Symptomatik abgeklungen ist. Ausnahmen können akute Entzündungen, oder Erkrankungen, die sich unter Medikamenten nicht bessern, darstellen.
Erkrankungen, die ähnliche Symptome bereiten und die deswegen ausgeschlossen werden müssen, sind Magen- und Zwölffingerdarm-entzündungen und -geschwüre, Verstopfungen und andere Probleme am Dickdarm. Sogar ein Herzinfarkt kann mit einer Gallenblasenerkrankung verwechselt werden.
Gallensteine können nicht durch Medikamente aufgelöst werden. Meistens kann die Gallenblase per Bauchspiegelung entfernt werden.
2. Blinddarmentzündung
Die Blinddarmentzündung ist die häufigste Notfalloperation am Bauch. Die Blinddarmentzündung entwickelt sich meistens langsam und ohne Vorankündigung. Typischerweise beginnen die Symptome im Oberbauch, in der "Magengrube" und "wandern" langsam, d.h. über Stunden in den rechten Unterbauch. Sie verursachen dann bei jeder Bewegung Schmerzen, so dass der Patient am liebsten ruhig daliegt und nur gekrümmt gehen kann. Durchfall und Erbrechen ist eher untypisch. Die Blinddarmentzündung ist das "Chamäleon" der Medizin, das heißt, sie versteckt sich hinter verschiedensten Symptomen. Mit keiner Untersuchungstechnik, einschließlich aller Röngtenuntersuchungen oder Blutwerte kann sie zu 100% sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Am zuverlässigsten ist die körperliche Untersuchung durch einen erfahrenen Chirurgen. Eine übersehene Blinddarmentzündung nicht zu behandeln ist gefährlicher, als einen normalen Blinddarm zu entfernen, so dass man international übereinkam, bei länger bestehendem Zweifel zu operieren. Vor einer Operation wird jedoch meist der zeitliche Verlauf erst abgewartet.
Die Blinddarmoperation lässt sich meistens per Bauchspiegelung durchführen.
3. Verwachsungen
Nach jeder Operation oder Entzündung im Bauch kann es zu Verwachsungen kommen. Das Bauchfell, das beim normalen Menschen zart, glatt und feucht ist, so dass die Darmschlingen reibungslos aneinander vorbei gleiten können, "verklebt" oder "verwächst" an einander. Diese Verwachsungen sind meist harmlos, können aber auch dazu führen, dass sich der Darm verdreht oder eingeklemmt wird. Dies führt zur verzögerten Passage der Speise durch den Darm und damit zur Gasbildung, Blähung, Koliken, bis hin zum Darmverschluß. Liegen starke Schmerzen oder ein Darmveschluß vor, so muß operiert werden. Durch eine Operation, die häufig laparoskopisch durchgeführt werden kann, werden die Verwachsungen durchtrennt. Selbstverständlich können durch diese Operation wiederum neue Verwachsungen ausgelöst werden, so dass man die Indikation (d.h. die Entscheidung) zur Operation sehr zurückhaltend stellt.
4. Akutes Abdomen
Das sogenannte akute Abdomen ist keine Erkrankung sondern ein Symptom. Der oder die Patientin stellt sich mit akuten Schmerzen und / oder Erbrechen notfallmäßig vor. Hinter dem Symptom "akutes Abdomen" können verschiedene Erkrankungen oder Funktionsstörungen liegen. Die wichtigste Entscheidung ist bei diesen Patienten, ob operiert werden muß oder nicht.
